Zum Inhalt Zum Hauptmenü

Suchformular


Der richtige Umgang mit Bilderrechten

Publication

Der richtige Umgang mit Bilderrechten

publiziert: 
PRVAnews, 2011
Datum: 
1. Mai 2011
Mag. Martina Grama

Sie sind ein wichtiges Werkzeug für eine erfolgreiche PR-Arbeit: Fotos. Doch Vorsicht: Lichtbilder sind meist nach dem Urheberrechtsgesetz geschützt.

Lichtbildschutz

Das österreichische Urheberrechtsgesetz kennt zwei Schutzkategorien für Lichtbilder: Einerseits der hohe, weitgehenden Urheberschutz am Lichtbildwerk, andererseits der niedriger einzustufende Leistungsschutz am (einfachen) Lichtbild. Die Unterschiede liegen etwa in der unterschiedlichen Dauer der Schutzrechte (70 versus 50 Jahre), aber auch in der Flexibilität bei der Übertragbarkeit der Rechte, die bei Lichtbildern ungleich höher ist. Urheberschutz und Lichtbildschutz schließen einander aber nicht aus: Während ein Lichtbildwerk immer gleichzeitig auch ein Lichtbild ist, kommt es für die Qualifizierung als Lichtbildwerk darauf an, dass das konkrete Foto eine gewisses Maß an individueller Zuordnung zwischen Lichtbild und Fotograf durch seine Gestaltung (Motiv, Blickwinkel, Beleuchtung u.v.m.) zulässt.

Ein besonderes Maß an Originalität ist jedoch nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes nicht erforderlich. Daher genießen nicht nur Kunstfotografie oder Lichtbilder professioneller Fotografen, sondern potenziell auch von Amateurfotografen angefertigte Alltagsschnappschüsse oder Urlaubs-Sonnenuntergänge urheberrechtlichen Schutz. In die Kategorie der einfachen Lichtbilder fallen daher grob gesprochen nur Passbilder aus Fotoautomaten oder kartografische Luftaufnahmen.

Gerade für eine Verwendung durch Dritte stellt der weite Schutzbereich von Bildern eine Erschwerung dar: Während bei einfachen Lichtbildern die Schutzrechte pauschal beim Inhaber eines Unternehmens – z.B. Fotoagentur – als Hersteller liegen, kann über die Rechte an Lichtbildwerken nur der Fotograf ad personam verfügen.
Die Rechte am Foto

Mit der Urheberschaft an einem Lichtbildwerk bzw dem Leistungsschutzrecht an einem (einfachen) Lichtbild sind bestimmte Ausschließlichkeitsrechte verbunden: Insbesondere Verwertungsrechte, wie etwa ein Foto zu vervielfältigen und zu verbreiten (z.B. Verwendung in einer Presseaussendung) oder aber das Bearbeitungsrecht, also Änderungen am bestehenden Werk vorzunehmen (z.B. Bearbeitung mit Photoshop). All diese Rechte stehen grundsätzlich nur dem Urheber bzw. dem Leistungsschutzberechtigten zu. Für eine Nutzung und Bearbeitung des Fotos für eine Presseaussendung ist daher die Zustimmung des Berechtigten erforderlich. Weiters sind bei der Nutzung von Fotos, die Dritte hergestellt haben, auch die Persönlichkeitsrechte des Herstellers zu beachten, die insbesondere dazu verpflichten, ihn als Urheber/Hersteller zu bezeichnen (Stichwort: Copyrightvermerk).

Lizenzeinräumung

Um ein durch Dritte hergestelltes Foto verwenden zu können, ist vorab eine entsprechende Lizenzeinräumung erforderlich. Da es sich, wie eingangs bereits ausgeführt, bei den betroffenen Bildern regelmäßig um Lichtbildwerke handelt, ist dabei freilich zu beachten, dass die Rechteeinräumung von der richtigen Person eingeholt wird: Es ist vielfach die Regel und nicht die Ausnahme, dass die Rechte vom Fotografen nicht an ein Unternehmen – beispielsweise einer Fotoagentur oder sonstigen Verwertungsgesellschaft – übertragen worden sind, sondern nach wie vor an seiner Person haften. Dementsprechend ist es erforderlich, hier seine explizite Zustimmung einzuholen.

Bei der Lizenzeinräumung ist notwendig, dass die Rechte für die konkret gewünschte Verwendungsform – Nutzung auf der Website, in einem (elektronischen) Pressespiegel etc -, eingeräumt werden. Das Bearbeitungsrecht am Foto ist davon nicht automatisch mit umfasst und muss daher gesondert eingeholt werden. Ist nämlich die konkrete Nutzungsform oder aber das Recht für die vorgenommene Veränderung am Foto von der Lizenz nicht erfasst, entscheiden die Gerichte in der Regel zugunsten der Fotografen. Ansprüche auf Unterlassung, Beseitigung aber auch Entgelt und Schadenersatzleistungen sind hier die Folge. Auch strafrechtliche Sanktionen sind gesetzlich grundsätzlich vorgesehen.

Bildnisschutz

Eine zusätzliche zu beachtende Tangente gibt es dann, wenn es sich bei einem Lichtbild um ein Personenfoto handelt. Das Urheberrechtsgesetz legt mit dem “Recht am eigenen Bild” eine Schutz der Persönlichkeit fest: Die Veröffentlichung von Personenfotos ist unzulässig, wenn dadurch berechtigte Interessen der abgebildeten Person verletzt und kein überwiegendes Veröffentlichungsinteresse besteht. Daher dürfen Personenbilder – so keine ausdrückliche Zustimmung vorliegt – grundsätzlich nur eingeschränkt verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden.

Ob freilich in berechtigte Interessen eingegriffen wird, ist in der Regel strittig und muss im Einzelfall entschieden werden. Bei Fotos von Personen, die in der Öffentlichkeit stehen und deren Aussehen daher allgemein bekannt ist (Politiker, Künstler und sonstigen VIP’s) wird der Maßstab für Eingriffe in berechtigte Interessen vom OGH niedriger angesetzt. Aber auch sie sind nach der bisherigen Judikatur nicht vogelfrei: Auch bei Prominenten ist der höchstpersönliche Bereich geschützt. So konnte sich etwa Karl-Heinz Grasser mit seiner Klage gegen die Veröffentlichung des Kussfotos von ihm und Fiona Swarovski am Pariser Flughafen durchsetzen.
Fazit

Für die Verwendung und Bearbeitung eines durch einen Dritten hergestellten Fotos muss vorab dessen ausdrückliche Zustimmung eingeholt werden. Dabei ist insbesondere darauf zu achten, wer zur Einräumung entsprechender Lizenzen berechtigt ist: ein Unternehmen (Fotoagentur im Internet, Verwertungsgesellschaft), wenn es sich um ein bloß einfaches Lichtbild handelt; bei Lichtbildwerken ist der Fotograf ad personam anzusprechen, sofern er die Verwertungsrechte am Bild nicht einem Dritten übertragen hat. In jedem Fall ist aber darauf zu achten, dass das Lichtbild mit einem entsprechenden Copyrightvermerk, der den Fotografen/Hersteller auszeichnet, versehen ist. Bei Personenfotos muss grundsätzlich auch die Zustimmung der abgebildeten Person eingeholt werden.

Disclaimer

Alle Angaben auf dieser Website dienen nur der Erstinformation und können keine rechtliche oder sonstige Beratung sein oder ersetzen. Daher übernehmen wir keine Haftung für allfälligen Schadenersatz.

The material contained in this website is provided for general information purposes only and does not constitute legal or other professional advice. We accept no responsibility for loss which may arise from reliance on information contained on this site.



© 2021 · DORDA · Facebookinstagramlinkedin  PODCAST

wirschaffenklarheit