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Welche Versicherung deckt Corona Schäden? Was müssen Sie tun, um den Deckungsschutz nicht zu verlieren.

Datum: 
Freitag, 20. März 2020

Versicherungen versichern unsichere Risiken einzelner, die in Zukunft entstehen können und decken diese mit den Prämien der Versichertengemeinschaft ab. Ist das Risiko einmal eingetreten bzw steht es unmittelbar bevor und hat man noch keinen Versicherungsschutz, wird man auch keinen Versicherungsschutz mehr bekommen.

Hat man jedoch umsichtigerweise rechtzeitig entsprechende Versicherungen abgeschlossen, entstehen nunmehr Anzeige- und Auskunftsobliegenheiten, um den Versicherungsschutz nicht zu verlieren:

Ihr Betrieb (zB Nachtlokal) darf nicht öffnen?

Betriebsunterbrechungsversicherung decken derartige Risiken ab; je nach Art des Versicherungsvertrags werden Ihnen idR für einen Zeitraum von 12 Monaten der Ausfall erstattet. Allerdings knüpfen die meisten BU-Versicherung an einen Sachschaden (Feuer, Wasser, ua) an der zur Betriebsunterbrechung führt, und greifen daher in der Regel nicht bei einer Pandemie. Die (teureren) All-Risk-Betriebsunterbrechungsversicherungen haben einen weiteren Deckungsumfang. Allerdings bieten solche Polizzen in den meisten Fällen auch keine Deckung im Falle einer Pandemie (es sei denn, Pandemien und/oder Infektionskrankheiten sind ausdrücklich als versichertes Risiko ausgewiesen).. Unternehmen sollten jedoch jedenfalls den Deckungsumfang ihrer bestehenden Versicherungen prüfen und gegebenenfalls den Eintritt des Versicherungsfalls (Bertriebsunterbrechung wegen der Coronakrisensituation) rasch beim Versicherer anzeigen.

Über Sie wurde Quarantäne verhängt und Sie können nicht arbeiten?

Selbstständige und Freiberufler, die nicht arbeiten können (Homeoffice ist in vielen Branchen möglich und hindert viele grundsätzlich nicht am Arbeiten), verlieren ihr Einkommen, wenn sie nicht arbeiten können. Quarantäne, ebenso wie ein tatsächlicher Erkrankungsfall ist mit einer Ausfallsversicherung (Betriebsunterbrechungsversicherung für freiberuflich Tätige) standardweise abgesichert. Diese Vorsorge wird für Freiberufler immer empfohlen und deckt sowohl die weiterlaufenden Fixkosten des Betriebs als auch die normalerweise entnommenen Einnahmen fürs eigene Leben ab.

Insbesondere für Landwirte, Gastronomie- und Lebensmittelindustriebetriebe sorgt eine sogenannte Seuchen-Betriebsunterbrechung für den Ersatz des entgangenen Gewinns und übernimmt die laufenden Kosten. Auch hier gilt, den bestehenden Versicherungsschutz rasch zu prüfen und umgehend Versicherungsmeldung zu erstatten.

Sie haben eine Reise gebucht und müssen oder wollen stornieren?

Wenn Sie oder einer Ihrer Mitreisenden erkranken, ist das grundsätzlich ein völlig normaler Stornogrund und Leistungsfall. Die ganze Familie könnte auf Kosten der Versicherung stornieren.

Bei Erkrankung mit dem Corona-Virus hat sich die Situation allerdings für das Reisestorno in den letzten Tagen verändert – weil die WHO das Virus jetzt doch als „Pandemie“ eingestuft hat, und Pandemien als ein gängiger Ausschluss in den Versicherungsbedingungen festgelegt ist. Die (glücklicherweise derzeit noch) wenigen, tatsächlich Erkrankten wären gemäß solchen Bedingungen jetzt nicht versichert.

Sie haben eine Veranstaltung geplant und müssen diese absagen?

Veranstaltungen können gegen eine Vielzahl von Stornogründen versichert werden. Eine solche Versicherung bezahlt die trotz Absage der Veranstaltung entstehenden Storno-Kosten.

Aus naheliegenden Gründen (s.o.) können jedoch derzeit keine Stornoversicherungen wegen medizinischen Risiken abgeschlossen werden.

 

Ihr Ansprechpartner:

Felix Hörlsberger
Leiter der Praxisgruppe Versicherungsrecht
T +43-1-533 4795-17
felix.hoerlsberger@dorda.at

Magdalena Nitsche
Expertin für Versicherungsrecht
T +43-1-533 4795-17
magdalena.nitsche@dorda.at



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