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Bauordnung Wien – Vorreiter in Sachen Solaranlagen

Datum: 
Mittwoch, 3. Juni 2020

Wien prescht in Sachen Solarenergie voran: Die geplante Novelle der Wiener Bauordnung (die Begutachtungsfrist lief am 18.5.2020 ab) sieht verpflichtende Solaranlagen für neu errichtete Wohngebäude vor. Bereits bisher waren in Wien Solaranlagen für alle Neubauten, mit Ausnahme von Wohn- und Bildungsgebäuden, verpflichtend vorgesehen, jetzt folgen auch Wohngebäude und Bildungsbauten.

Konkret sieht die Novelle im novellierten § 118 Wr BauO Folgendes vor: Neu errichtete Wohngebäude (ausgenommen Wohngebäude mit max 2 Wohnungen sowie Kleingartenhäuser) haben Solaranlagen mit einer Spitzen-Leistung von mindestens 1kWp pro charakteristischer Länge des Gebäudes und für je 300 m² konditionierter Brutto-Grundfläche aufzuweisen. Die charakteristische Länge ist ein Maß für die Kompaktheit eines Gebäudes und wird anhand des beheizten Bruttovolumens und der Oberfläche berechnet. Die Behörde kann die Verpflichtung bei Wohngebäuden auf Antrag erlassen, wenn die Umsetzung aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht zweckmäßig ist. Für sonstige Gebäude gilt diese Ausnahme nicht: sofern der Einbau auf dem Gebäude nicht möglich ist, ist die Solaranlage auf Ersatzflächen innerhalb des Gemeindegebiets von Wien zu errichten.

Mit dem produzierten Strom soll ein Teil des Stromverbrauches des Gebäudes abgedeckt werden. Die Hoffnung des Gesetzgebers ist aber, dass nicht nur das gesetzlich vorgeschriebene Mindestausmaß erfüllt wird, sondern durch Übererfüllung auch ein weitergehender Strombedarf des Gebäudes gedeckt wird.

Im Vergleich zum Rest Österreichs sticht Wien daher mit den bisher weitreichendsten Verpflichtungen zu Solaranlagen hervor: In den anderen Bundesländern gibt es zwar Förderungen und Ausnahmen von Genehmigungspflichten für Photovoltaikanlagen gewisser Größen, aber bisher keine vergleichbar strenge Vorschrift zum Einbau von Photovoltaikanlagen für (beinahe) sämtliche Gebäudetypen.

Neben der Verpflichtung zur Errichtung von Solaranlagen verankert der Entwurf der Novelle der Wiener Bauordnung auch Klimathemen in den Planungszielen der Stadtplanung und erweitert den bestehenden Fachbeirat für Stadtplanung und Stadtgestaltung um einen Experten auf dem Gebiet des Klimaschutzes bzw Energiewesens. Darüber hinaus wird im Wiener Garagengesetz für Nicht-Wohngebäude eine Verpflichtung zur Errichtung eines Ladepunktes für Elektrofahrzeuge auf jedem zehnten Stellplatz eingeführt. Bei der Errichtung von Wohngebäuden ist – sofern gesamt mehr als zehn Stellplätze vorhanden sind – für jeden Stellplatz eine Leerverrohrung für die Herstellung einer Stromversorgung vorzusehen.



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